Fahrtentipp Ostschwedische Schären

Das Fahrtenrevier Ostschwedische Schären gehört seit Jahrzehnten zum Repertoire des Kajakwandersportes im KVU. Was liegt da näher, als einen Tourentipp zum Thema zu erstellen.

Literatur: Eine Recherche ergab einige interessante Quellen:
1) schwedischer Abenteuer Almanach, Autor Jorg Trobitzsch, Herausgeber Elmar Engel, Umschau-Verlag 1982 hat auf Seite 77 ff einiges zu den West- & Ostschwedischen Schären geschrieben. Er geht vergleichsweise ausführlich auf die Militärischen Sperrgebiete ein, auch weil er besonders die Region Mälarsee bis Oskarsham betrachtet. Trobitzsch weist auf die zahlreichen offenen Strecken hin, wenn man die gesamte Strecke paddelt - z.B. der Übergang vom Stockholmer Gebiet zum Gebiet der Misterholt Schären oder zwischen Kräkelunt und Fiegeholm. Nun ist die Abenteuer-Almanach-Buchreihe eher ein Appetitanreger als ein Führer - er ist gespickt mit kuriosen Geschichten.

2)Wolfgang Lerke - ein Münchner - war in den 70gern und 80gern einer der ganz großen Skandinavien-Kajak-Experten und seine Flussbeschreibungen waren wie eine Bibel. Im Nordis Verlag erschienen z.B. die Führer Kanu-Kurzführer Schweden und Kanugebietsführer Südschweden. Besonders in letzterem ist neben einer Streckenbeschreibung auch ein Reisebericht unter dem Titel: "Mein schwerster Tag auf See" von einer Tour aus1980. Seine Tour beginnt offensichtlich in Västeras am westlichen Mälarsee. Man fährt T8 Faltbootzweier und das Ziel ist Västervik. Da wir uns auf die Strecke Fiegeholm - Arkösund hier konzentrieren wollen, gebe ich kurz die von Lerke empfohlenen Rastplätze und Strecken.

Von Arkösund fährt Lehrke in den Missjö Archipel zur Insel Hamra. Dort empfiehlt er den Felsen Kupaklint als Aussichtspunkt, 700 m entfernt findet sich sein Zeltplatz. (Kreuzottern erlebt er hier ganz in der nähe seines Zeltes - siehe auch unten) Sie fahren durch den Archipel auf der Seeseite. Des weiteren kommt er nach Harstena, die Fischergemeinde am äußeren östlichen Rand der Schären; dort empfiehlt er einen Zeltplatz mit Dorfzugang: wenn man von Nordwesten her auf die Funkmast zuhält, stieße man vor der engen Durchfahrt auf ein "Kabel"-Schild, wenige Meter nordwestlich sei eine gute Anlandemöglichkeit, ein Pfad führe zum Kiosk. Selbst bevorzugte er nach dem Einkauf dort dann eine Insel Nahe Gryt. Im folgenden beklagte er sich über einen Mangel an Zeltmöglichkeiten, sodass er eine Strecke von ca. 34 km bei schlechtem Wetter und Wind außen zurücklegen musste. Seinen weiteren Weg beschreibt er so, dass er von einem Zeltplatz kurz vor Einfahrt in den Askö Sund dann durch den Kanal in Richtung auf die Insel Mörkholmen paddelt, sie passiert und zur Festlandspitze Nabben weiterpaddelt und sie umrundet. Weiter zur Landspitze Hallmare Skackel, 3 km völlig ungeschützt ... dann nach Ragö und in geschütztere Regionen dahinter, aber die Fahrt an Hasselö beschreibt er als Schinderei. Hier zeltet er nun auf Stora Svardholmen knapp östlich vom Naturpflegegebiet Solidö. Die nächste Etappe führt über Södra Malmö und Mjödö zum Campingplatz Lysingbadet in Västervik.

In der Streckenbeschreibung empfiehlt Lerke folgende Plätze und Strecken: Westzipfel von Gränsön, 5 km von Arkösund. Als besonders windgeschützte Strecke empfiehlt er: Südlich von Kvädö und Hamnö zwischen Festland Asvikelandet und der Insel Torrö einfahren, dem Nordufer von Stora Askö nach West und Südwest folgen, auf den anfangs schmalen Kanal zwischen Stora und Lilla Askö 7 km geschützt nach Süden. Dann auf den Außenschären weiterfahren bis Vestervik. oder bei Wind zischen Hasselö und Malmö, dann zwischen Torrö und Mjödö weiter und durch den Gränsö-Kanal.

Zur Weiterfahrt Richtung Oskarsham empfiehlt er den Idö-Sund. An dessen Westseite auf Krokö Zeltmöglichkeit. Danach gibt er keinen genauen Streckenvorschlag und keine Zeltplätze mehr an. Nur die Empfehlung, vor Kräkelund über den schmalen "Kanal" längs dem Nordufer von Upplangö in den teichartigen Mjältnaten einzufahren und dann im Südosten die schmale Durchfahrt beim Dorf Upplangö und dem Getbergsfjord. Der Hinweis, das im Südwesten bei Avrö keine Durchfahrt existiert, sondern man am Kernkraftwerk entlang ungeschützt fahren muß, ist sicher hilfreich. Danach kann man wieder versteckt in einem unübersichtlichen Schärengewirr bewaldeter Felseilande fahren oder außen bei gutem Wetter dem direkten Weg folgen. Fiegeholm oder Oskarsham.

3.) Stritzky,O.v. Lockende Ziele für Boot und Zelt - "Ostsee-Schären, Korfu, Ithaka und die anderen ionischen Inseln sowie die türkische Küste u.a." 1995 (Eigenverlag) – Bezug: www.paddel-buecher.de.... Inhalt ist mir nicht bekannt..

4.) Jübermann,E. Ein einsamer Kajaksommer in Skandinavien (I-III) (Uelzen - Nordkap und retour) Kanu Sport 2-4/85, S.31-32; S.56-59,63-66; S.75-82.

5.) Spies,L. (Sich) Regen bringt Segen Durchfeuchtete Betrachtungen von einer Schärenfahrt SK 11/87, S.37-39.
Der legendäre Ludwig Spies, damals noch SAU-Mitglied, war/ist einer der Schärenkenner, den auch Manfred Hilbers einmal auf einer seiner Touren dort traf. 1987 war er schon über 21 mal dort. Startpunkt ist bei Ihm Loftahammer, seine Zielrichtung ist südlich, die Halbinsel Skäggenäs, die die Kürzeste Entfernung nach Öland aufweist... nun, nicht viel informatives, nur Betrachtungen... Ludwig Spies eben... aufgespießt...

6.) Beier,U. Bla Kusten Kajakrundfahrt durch den ostschwedischen Schärengürtel Kanu Sport 4/90, S.144-147 vgl. auch: SK 34/92, S.23-28.

7.) Jankowski,A. Faltboottour in den schwedischen Schären Die wunderbare Reise auf dem Rücken eines algengrünen Fisches Kanu Magazin 3/96, S.69-73.

8.) Foster,N. Summertime in Sweden's Archipelago (Schären vor Göteborg bzw. Stockholm) SeaKayaker, Febr. 98, S.48-57.

9.) Mielert,J. Schwedische Ostseeküste: Zwischen den Schären von Östergötland Kanu Sport 6/00, S.244-247.

10.) Kassel,G. Salzwasserprobe in Südschwedens Schärenwelt, Verloren in der Einsamkeit, Kanu Magazin 4/00, S,12-21.

11.) Holiday,Doc Der Löwenzahn-Feldzug: 2800 Seemeilen-Reise rund um die Ostsee. (Henschel,D.) 
      Teil 1: Flensburg bis Linhamn
(288 Seemeilen) Kanu Magazin 6/00, S.26-30.
      Teil 2: Linhamn bis Kristianopel (208 Seemeilen) Kanu Magazin 1/01, S.54-57.
      Teil 3: Kristianopel bis Stockholm (250 Seemeilen) Kanu Magazin 2/01, S.64-67.
      Teil 4: Stockholm bis Haparanda (686 Seemeilen) Kanu Magazin 3/01, S.73). 
      s. auch: Solo on the Baltic Sea Sea Kayaker, Nr. April 04, S.18-31 – www.seakayakermag.com

Im SEA KAYAKER berichtet Detlev Henschel in dem Beitrag: Solo on the Baltic Sea über eine Tour im ARTIC (mit Ausleger) (Lettmann), die von Flensburg bis nach Stockholm führte. Der Beitrag ist zuvor erschienen unter dem Titel: „Der Löwenzahn-Feldzug: 2.800 Seemeilen-Reise rund um die Ostsee“ in: KANU MAGAZIN, Nr. 6/00 bis Nr. 3/02, unter dem Pseudonym „Doc Holiday“.
Quelle:
SEA KAYAKER, Nr. April 04, S.18-31 – www.seakayakermag.com 
Link zum Autor:
www.baikal-rund.de

12.) Kraeplin,J Im Kielwasser der Wikinger (Stockholmer Schärengarten) Kanu Sport 4/01, S.20-23.

13.) Mielert,J. Bei Sonne und Wind um Öland. Küste: Schwedische Ostsee Kanu-Sport 4/03, S.28-31

14.) Müller,H.-J. Die verschwundene Insel. Bericht einer Schärenfahrt 2001 (Ost-Schweden) (Start: nahe Misterhult Richtung Nord-Ost) 
      Seekajak, Nr. 90/04, S.44-49 – www.salzwasserunion.de

1968 beginnt die Reise in Fiegeholm (2007 startete er wie wir in Blankaholmen). Seine erste Etappe geht entlang Vinö in die Außenschären auf eine Insel mit Leuchtturm, mückenfrei,  aber er erreicht sie nicht. Nächste Schäre liegt wohl nahe Rovareskär östlich Ö-Eknö. Hier findet man immer irgendwo einen Platz auf einer Felsplatte. Eine weitere Etappe führt über Krokö (Pause) nach Vestervik. Hier nimmt man die kleine lange Insel östlich von Gränsö und westlich vor Lusärna, dort gibt es einen Grillplatz. Durch den Kanal auf Gränsö geht es am nächsten nFahrttag zur Mittagspause zur Stängklipp und weiter danach vorbei an der südspitze von Sladö, den hohen Aussichtsfelsen von Ekö nach Lovskär, einer Brombeerinsel am Ausgang des Loftahammar-Fjordes.
Der nächste Nächtigungsplatz wird auf Kvädö gesucht, aber es findet sich nix. Nur auf einer flachen Schäre gegenüber St Källskär findet sich Platz... (ist das die Schäre, die wir auch immer wieder ansteuern???) Danach muß H.J. einen "Notplatz" nahe der Marina Lenaberg am Festland kurz vor Gryt nehmen. Immerhin es ist ein Preiselbeerparadies. In Fyrudden wird eingekauft. Aufgrund der Schwärmerei anderer über Sandstrände an Fangös Schären geht es Richtung Lt. Häradskär und dann zur Insel Skragholmen zum Zelten - mit Sandstrand (Manfred Hilbers hat die Insel auch schon mal besucht - wir waren östlich davon auf Ensamarön). Von hier geht es wieder zurück - Über Stora Kallskär (zum Fischkaufen) und Städsholmen mit Turm der Seenotstation geht es nach Lovskär, einer kleinen Insel an der Einfahrt nach Loftahammar. Es soll eine Brombeerinsel sein. Nächste Nächtigung auf Skänklipp (wo immer das ist...) dann zurück durch den Kanal auf Gränsö nach Vestervik. Abendziel ist die Kleine Schäre just am Nordende von O-Eknö direkt östlich oberhalb St Betesholmen. Dann folgt L.Bergö als Zeltinsel mit Mit Preiselbeeren und Pfifferlingen - ein Abstecher nach Blankaholmen, dann zur Leuchtturm-Insel, die am Anfang der Tour nicht gefunden wurde - der Leuchtturm wurde völlig abgebaut, auch der Beton entsorgt, daher war das Ding nicht mehr auffindbar. H.-J. erzählte uns die Geschichte auch persönlich....Die Fahrt wurde mit der Rücktour nach Fiegeholm beendet.

15.) Ronny Günter, "Salzgeschmack auf den Lippen - Schweden: Wind und Wellen in den Ostschären" Kanusport 5/2007, Seite 18 ff

Ronny hat mit uns die Baja California befahren, deswegen lesen wir den Report mit besonderer Aufmerksamkeit:
Ronny startet in Blankaholmen. der Campingplatz nist offensichtlich beliebter Startpunkt für Schärenpaddler, man kann dort vor dem Campingplatz seinen Wagen abstellen und am hinteren Ende lassen sich Kajaks recht bequem durch den Schilfgürtel zu Wasser bringen. Ronny fährt an Skavdö und Hunö vorbei, gehen ab Klinö nach NO und zelten in der Nähe auf einer Schäre. Weiter nach Kalmö östl. Ö-Eknö zum Rasten, dann Richtung Lt Bussgrund, aber wegen Problemen mit der Spritzdecke zurück nach Blankaholmen jetzt innenrum westl Ö-Eknö, an Flatholmen vorbei, entdecken sie in der Nähe ein "Trauminsel" zum Zelten, mit allerdings schlechten Anlandeeigenschaften. (Lökholmen oder die kleinen Inseln östlich?). Nach dem Intermezzo in Blankaholmen geht es in die seichte Bucht nördlich Händelop zum Zelten mehr oder weniger in den Wald.. Nächste Etappe geht Richtung Vestervik - sie nehmen die Kanaldurchfahrt und der Nächste Rastplatz ist Hüsö nördöstlich N-Malmö, in einer Idealen Bucht mit Lagerplatz und Feuerstelle auf Moos und Fels. Nächste Station ist Jutskärs östlich von Hasselö, ein Platz mit Leuchtturmblichk und Strand. Nun außen entlang nach Häfsö in der Bucht von Stora Askö nördlich von Längö. Häfsö soll wiederum eine Traumbucht aufweisen. Darauf folgt eine nicht näher beschriebene Kleine Insel vor Gryt als Nachtlager, von der aus paddelt Ronny mit Frau nach Gräsmarö zum Baden. Von dort nordwärts findet er eine weitere als traumhaft bezeichnete Insel zum Nächtigen (wir haben dort durchaus suchen müssen, offensichtlich war es auch Manfred Hilbers so gegangen, wie der suchende Kurs, der in seiner Karte verzeichnet war vermuten läßt)... nun die weiteren Plätze verschweigt er uns, sagt aber, das bis Gryt, wo er die Fahrt beendete, noch einige Trauminseln mit Traumstränden zu finden waren.
Ronny empfiehlt die Blauen Karten 65 und 85. Er erwähnt das die letzten Vogelschutzgebiete ab 15.8. betretbar werden, vorher Einschränkungen zu beachten seien.

16.) Wolfgang Prause: „Durch die ostschwedischen Schären (Küste: Ostee)“ KANU-SPORT; Nr. 12/03, S.28-32 

Abstract von Udo Beier in KKW-Homepage: 14tägige Rundtour durch eine beeindruckende Insellandschaft unterhalb Stockholms
Im Gegensatz zu den west-schwedischen Schären oberhalb von Göteborg ist die ost-schwedischen Schärenkette:

  • etwas dichter und breiter (d.h. man kann ab Höhe Blankholm fest immer im Inselschutz paddeln),
  • etwas lieblicher (d.h. die Felseninseln sind dem Wind & Seegang nicht so ausgesetzt),
  • und - mit Ausnahme der Außenschären - bewaldeter (d.h. Kiefern prägen das Landschaftsbild und nicht nackter Granitfels)

Dafür muss man fast immer an mehr oder weniger steil aufragenden Granitfelsen anlanden, während man in den west-schwedischen Schären relativ häufig sandige Felsnischen vorfindet, die zum Anlanden und Zelten wie geschaffen sind. W. Prause startet seine Tour in Oskarshamn und paddelt bis kurz unterhalb von Arkösund . Als weitere Startorte werden (die Zeltplätze von) Loftahammar und Västervik empfohlen, aber man kann natürlich auch von den Zeltplätzen in Blankaholm und Gryt aus starten, letztlich von allen Küstenabschnitten, wo eine Straße hinunter an die Ostsee führt. Der interessanteste Abschnitt der Tour liegt oberhalb von Gryt, da hier die Schärenketten mehrere Kilometer breit ist.

Im Beitrag werden alle größeren Inseln aufgezählt, wo entlang gepaddelt wird. Aber eigentlich ist das nicht sehr wichtig; denn man kann überall entlang paddeln, sofern das Wetter mitspielt, wenn gewünscht sogar im täglichen Wechsel zwischen Innen- und Außenschären. Die Insellandschaft ist in seiner für die Schärenlandschaft typischen Charakterisitik so abwechslungsreich, dass man immer interessante Passagen findet. Meist merkt man es nur auf der Karte, aber erkennt es nicht vor Ort, wenn man eine Passage Tage später wieder zurück paddelt. Insofern bieten sich bei einer Tour durch die ost-schwedischen, aber auch den west-schwedischen Schären Rundtouren an. Man kann so einen Tag länger paddeln, und zwar genau jenen, den andere benötigen, um ihre Autos zu holen.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es unterwegs bei Blankaholm, Västervik, Loftahammar und Gryt. Dort kann man auch Trinkwasser nachfüllen. Wer das verpasst, muss große Umwege Richtung Festland paddeln bzw. bewohnte Schären anlaufen und dort – sofern die Besitzer überhaupt anwesend sind - seinen Nachschub „erbetteln“.

Empfohlen werden die „Bla Kartan“ im Maßstab 1:100.000, Nr. 65 und 85 (die m.E. nicht mehr neu aufgelegt werden(?)). Ich persönlich neige jedoch dazu, auf die topografischen Karten „Gröna Kartan“ im Maßstab 1:50.000 zurückzugreifen, und zwar auf die folgenden Nummern (in aufsteigender Reihefolge von Süd nach Nord):

  • ab Oskarshamm: Nr. 6G-SO, 6H-SV;
  • ab Blankaholm: Nr. 6G-NO,
  • ab Västervik/Loftahammar: Nr. 7G-SO; 7H-NV,
  • ab Gryt: 8H-SV; 8H NV.

Kartenbezug: z.B. NORDIS VERSAND – Elch@nordis-veresand.de
Seewetterbericht:
Deutsche Welle über 6.075 kHz (um 13.55 Uhr)

17.)  Michael Hennemann: "Auf den Spuren der alten Schweden“ (Schweden: DKV-Tourenvorschlag) KANU SPORT, Nr.2/04, S.4-7

Abstract von Udo Beier in KKW-Homepage: über drei Süß- bzw. Salzwasser-Touren süd-westlich von Schweden.

Die 65 kam und 3-4 Tage dauernde Schärentour startet in Nyköping. Sie „führt vor der Küste Sörmlands durch ein abwechslungsreiches Schärenmosaik. Highlight der Tour ist die Fahrt durch das Stendörren-Naturreservat. Es sind nur kurze offene Wasserflächen zu queren, und der größte Teil der Strecke, vor allem der Bereich um die Hartsö-Enskär-Inselgruppe, ist vom Wind abgeschirmt. Daher ist diese Tour auch für fortgeschrittene Anfänger zu empfehlen.“

Zum Landschaftscharakter ist Folgendes zu lesen: „Die Schären sind eine skandinavische Besonderheit und in der Ostsee entlang der Küsten Schwedens und Finnlands (aber auch Norwegens) zu finden. Während der Weichseleiszeit, die vor 70.000 Jahren begann und vor 10.000 Jahren zu Ende ging, erstreckten sich ausgedehnte Eispanzer mit einer Mächtigkeit von bis zu 3.000 km über Nordeuropa. Wie eine riesige Planierraupe (hinter der sich die Zugspitze hätte verstecken können!) hobelten die Gletscher über die Landschaft. Die Gletscher modellierten, formten und schliffen das anstehende Gestein und schufen so die vielen abgerundeten Gesteinshügel. Als vor 12.000 Jahren das Inlandeis abzuschmelzen begann, stieg der Meeresspiegel und ertränkte die Rundhöckerlandschaft. Doch das Ende der Eiszeit hatte eine weitere Folge. Nun, da die Last der schweren Eismassen von der Erdoberfläche genommen war, konnte sie aufatmen und begann, sich zu heben. Ein Prozess, der noch immer andauert. Das Gebiet um Stockholm zum Beispiel hebt sich pro Jahrhundert um knapp einen halben Meter. Neue Inseln tauchen aus der Ostsee auf, heute Hafenstädte wandern im Laufe der Zeit ins Landesinnere.“

Quelle:  – www.kanu.de
Link:
Autor è www.michael-hennemann.de Touristik è www.visit-sweden.com
Literatur:
Hennemann,M., Die schönsten Kanutouren zwischen Stockholm und Göteborg, 2002.
                Schulte,G.v., Kanuwandern in Schweden, 2.Aufl. 2002 (240S.).

18.) Udo Beier Küstenkanuwanderseiten - eine Zusammenfassung: 28.04.2004 Süd-ostschwedische Schären (Karlshamn – Torhamn) (Revier/Ausland)  

Im Süd-Osten Schwedens (Region: Blekinge / Hanöbukt ), süd-westlich der Insel Öland gibt es zwischen Karlshamn – Karlskrona - Torhamn einen etwa 60 km breiten Küstenabschnitt, der mit einer Vielzahl von schärenartigen Inseln versetzt ist. Ob seiner „Kleinheit“ eignet sich das Revier für ein verlängertes Wochenende bis eine gute Woche bzw. als Zwischenstopp bei einer Fahrt weiter nord-östlich zu den schwedischen Ostschären, die ca. 25 km nördlich von Oskarshamn (nord-westlich der Insel Öland) beginnen und bis über Stockholm hinaus reichen.
Besiedlung

Auf Grund der vielen Orte und Straßen, die in diesem Revier an der Ostsee liegen bzw. bis an die Küste führen, gibt es eine Vielzahl von Einsetz-/Aussetzmöglichkeiten. Wegen der etwas dichteren Besiedlung wird man wohl jedoch nicht die Einsamkeit „pur“ finden.  
Wind & Wetter
Bei nördlichen Winden, d.h. Wind von NW über N bis NO ist es einigermaßen geschützt. Trotzdem gibt es auch bei einer solchen Wetterlage immer wieder Passagen, wo man nicht immer mit Wind- und Wellenschutz rechnen kann. Bei südlichen Winden (SW – S – SO) kann es wegen der geringeren Anzahl vorgelagerter Inseln nahe Karlshamn eher Probleme geben als nahe Karlskrona.
In der Zeitschrift Yacht ist hierzu Folgendes zu lesen:
„Im Sommer meist West- bis Südwestwind mit 3 – 4 Bft. Gelegentliche Starkwindperioden. Im Hochsommer zudem thermische See- und Landbrise. Örtlich Kap- und Düseneffekte. … Bei starken östlichen Winden kann es zu schwerem Seegang kommen, da der Meeresboden vor der Küste steil ansteigt und querlaufender Strom die Wellenbildung verstärkt.“

Gesundheit
An der Südostküste soll Zeckengefahr bestehen (Vorsicht: Hirnhautentzündung)!
Insider-Tipp
Der Schwede Erik Sjöstedt ( www.kajak.nu ) hat am 28.04.04 im Seekajakforum.de eine paar Tipps zum Revier gegeben:

  • Startpunkt: Nytäppet (östl. Karlshamn) – Strand mit Parkplatz;  Kartenansicht: è www.kajaksyd.com/images/Kartabrascanstor.gif
  • weitere Startpunkte: Järnavik Slättanäs, Gisslevik (Camping)
  • Übernachtungsplätze: Ö Bokö, Bockö, Fölsö, Allböle, Dragsö, Tjärö (mit Jugendherberge), Harö, Arpö, Vagnö, Slädö, Sturkö (Camping), Järkö, Arnö, Hästholmen (Süden), Torhamnaskär, Öppenskär  

Als Karten sind topografische Karten zu empfehlen:

  • 1:50.000 („Gröna Kartan“), und zwar Nr. 3E-SO, 3F-SW, 3 F-SO

Gegebenenfalls reichen auch:

  • 1:100.000 („Bla Kartan“), und zwar Nr. 33, 34

Literatur:
Claußen,G.u.H.: Schweden. Südküste & Ostküste, 4.Aufl (S.54-70).
Krauss,N.: Segelsommer in den Schären (Hanöbucht/Südschweden) (inkl. Kartenskizze), in: Yacht 5/03, S.16-25 )) - www.yacht.de
Half,W.: Wer die Nachtigall stört ....(südschwedische Küste: Sölvesborg bis Karlskrona in 9 Etappen)), in: Seekajak 76, S.38-43 – www.salzwasserunion.de
Link:
Kurz-Infos zum Paddeln in Schweden: www.kanotguiden.com

19.) 26.05.2004 „Rund“ Skandinavien : Peter Kottlorz „Pekos Reise zur Mitternachtssonne“ Quelle: SEEKAJAK, Nr. 91/04, S.58-

Eine 5.000 km lange und über 6 Monate dauernde Tour, die im „Calypso“ (Northshore / GB) von Sonderborg (DK) nach Hirtshals, von Kristiansand entlang der norwegischen Küste nach Narvik (N), von dort über Flüsse nach Lulea (S) (Bottnischer Meeresbusen) und dann weiter die ostschwedische Küste bis nach Trelleborg führte.

 




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