28 Jahre Vereinsfahrt nach Dänemark

Chronik der KVU-Dänemarkfahrten

Autor: Manfred Hilbers / Wolfgang Bisle

 

Himmelfahrt - Traditionell in Dänemark

           
  Seit 1979 führen wir im KVU jährlich zu Himmelfahrt eine 4-Tages-Gemeinschaftstour in Dänemark durch. Ziel waren bisher die östliche  Küste Jütlands, der Limfjord, der Kleine Belt, die Dänische "Südsee" sowie die Küsten der Insel Fünen. Hier folgt eine Liste unserer 29 "Himmelfahrts"-Fahrten:  

Unsere Fahrten

von 1979 - 2007

Jahr Gewässer Start Ziel Bemerkung
1979 Limfjord Thisted Struer  
1980 Limfjord Sallingsund Kvols Glyngöre - Hjarbaek
1981 Kleiner Belt Vejle Kolding  
1982 Alsen Fjord,  Ketting Mommark Kolnig - Mommark
1983 Kleiner Belt Haderslev Aabenraa  
1984 Kattegat Hobro Randers Hobro -Mellerup
1985 Samsö Belt Horsens Vejle Glud - Vejle
1986 Kleiner Belt Haderslev Kolding  
1987 Großer Belt Kerteminde Mesinge  
1988 Limfjord Amtoft Tambohuse  
1989 Kleiner Belt Skovballe Tryggelev  
1990 Kleiner Belt Kolding Aeroesund  
1991 Samsö Belt  Horsens Aarhus Glud - Aarhus
1992 Kattegatt Randers Voldby  
1993 Kleiner Belt Assens Dyreborg  
1994 Kleiner Belt Strib Assens  
1995 Kleiner Belt Skovballe Dyreborg  
1996 Limfjord Skive Hvalpsund  
1997 Kleiner Belt Skovby Aabenraa  
1998 Kleiner Belt Ristinge - Aerö Strynö - Ristinge  
1999 Limfjord Lögstör Hvalpsund  
2000 Flensb. Förde Flensborg Ballebro  
2001 Großer Belt Odense Kerteminde  
2002 Kattegat Hjembaek Borup  
2003 Kattegat Odense Strib  
2004 Guldborg Sund Guldborg Nysted   
2005 Syd Fyns Havn Skovballe Strynö  Rundtour
2006  Limfjord  Sennels  Skraeppedal  Sennels - Sallingsund
2007  Limfjord  Struer  Skraeppedal  Struer - Sallingsund
 
  Unsere neuen und besonders die jungen Mitglieder wurden bei diesen Unternehmungen für solch erlebnisreiche Langstrecken-Fahrten begeistert. Wir alle genossen dabei die Freuden des Wasserwanderns, besonders das „freie" Zelten, wie es bei uns mittlerweile fast unmöglich geworden ist. Umso mehr ist es uns wichtig, dabei die traumhaften Übernachtungsplätze so zu hinterlassen, als wären wir nie da gewesen - jedem, der an den Touren teilnimmt, soll dies ein selbstverständliches Anliegen sein. Die freundliche Toleranz der Dänen hat - wann immer wir um Erlaubnis nachfragten, an einem Küstenstreifen übernachten zu dürfen - zu Entgegenkommen geführt. Und besonders bei Seglerhäfen und Kanu- wie Rudervereinen waren wir allzeit willkommen. Randers, Odensee, Apenrade, Sonderborg....immer wurden wir gut und herzlich umsorgt.  

Limfjordregion

 
 

1979 - Limfjord: Thisted - Struer

 

1979 begannen wir mit einer Tour zum Limfjord. Eine bunte Truppe zumeist noch recht junger Mitglieder fand sich da zusammen. Wir hatten einen VW-Bus gemietet. Gelb. Wir hatten unseren Bootsanhänger beladen. Wir waren den üblichen Weg über Harsefeld, den Elbtunnel, die A7 gewählt, die Tankstelle bei Handewit angelaufen und vollgetankt. Wir hatten die Nacht über ganz Jütland auf- bzw. abgerollt. Noch war die Autobahn nicht bis an die Nordspitze fertiggestellt.

Irgendwann sehr früh am morgen waren wir in Thisted angekommen und hatten den winzigen Rest der Nacht noch eine kleine Mütze Schlaf genommen. Dänemark verrammelt glücklicherweise seine Küsten nicht mit Zäunen, um Strandgebühren von jedermann einzutreiben - als Paddler hat man an jedem Ort leicht Zugang zum Meer, zum Sund... um seine Kajaks zu Wasser zu bringen. 

Hier im Westen des Limfjordes - zwischen der Insel Mors und dem trennenden Land zur Nordsee - liegt ein vergleichsweise geschützter Arm  des Limfjordes. Buchten mit einsamen Strandwiesen laden zum Anlanden und Lagern ein. Kleine Fährstellen, an denen eine Pölserbude oder ein kurzer Weg zu einem kleinen Dorfladen führt, verleiten zu einer Eispause...

Abends gruppieren wir unsere Zelte am Strand, und bald bollern die Benzinkocher vor den Zelten und jeder rührt an seinen Menüs. Der eine aus der Dose, der andere mit frischem Gemüse und wohlgewürzt. Pottkieken ist angesagt. Danach trifft man sich mit einer Bier oder Weinflasche bewaffnet, Salzstangen oder Ültje-Erdnusskernen in einem Zelt, dessen Besitzer dann das Schicksal trifft, letzter zu sein beim Entern des Schlafsacks. Färbt sich der Himmel rot, wird die Sonne zur feurigen Scheibe am westlichen Horizont, stehen die Nikonbesitzer wieder vor den Zelten und die Verschlüsse klicken im Stakkato.

War es diese Tour, als Jochen Katz sich mit jedem balgte und dann nur lachend sagte: mir kann niemand böse sein?
War es diese Tour, als Detlef Paul erst ein kleines besegeltes Holzfloß baute, es im Wasser auf die Reise schickte und dann mit einem Feldstein versenkte...
War es hier, das sich die Tradition einbürgerte, am letzten Abend eine Pfannkuchenorgie zu zelebrieren?


 

1980 - Limfjord: Sallingsund - Kvols (Glyngöre - Hjarbaek)

 


Die 2. Tour führte wieder zum Limfjord. Wieder ging es die Nacht durch nach Norden. Wir starteten an der Brücke zur Insel Moers. Es war die Tour als Manfred entdeckte, wie man ein Kleinkind im Kajak so bettet, dass es nicht schreit: natürlich nicht, wie ein Paddler im Boot sitzt - mit Gesicht nach vorn, sondern umgedreht: mit Gesicht zum Vater. Seitdem hat Miriam nie wieder im Boot geplärrt. Das war die eine bemerkenswerte Begebenheit dieser Fahrt. Nächste Begebenheit war ein Zeltplatz auf einer Wiese gegenüber der Insel Fur. Nicht, dass wir direkt neben der Fähre zelteten. Kühe allerdings, die abends wohl am anderen Ende der Weide für uns verborgen standen, sahen morgen neugierig - mit Löwenzahnblüte im Maul - in unsere Zelteingänge. Wichtiger jedoch - auf der anderen Seite der Enge zur Insel war der Ort Nederby mit einem Laden, in dem es nicht nur Piratos (eine dänische Lakritz) gab sondern auch den anschließend immer sehr beliebten dänischen Joghurt in der 1 Liter-Packung. Dann war es ein Steilufer südlich von Hvalpsund. Herrlich zum Rutschen. Auf dem Hosenboden. Letztlich aber hat sich bei uns der letzte Abend "eingebrannt" nachdem wir die Schleuse bei Virksund passiert hatten und dahinter eine nette Wiese zum Zelten auserkoren. Wir hatten die Zelte aufgebaut und es wehte noch ein laues Lüftchen. Alles begab sich an das zubereiten des Abendbrotes, als der Wind einschlief - er schläft ja abends immer ein - und....
....plötzlich regelrechte Insektenwolken aus dem Grass aufstiegen....und uns in Kopfhöhe umschwirrten. Einige, besonders der weiblichen Mitfahrerinnen, waren regelrecht entnervt ob dieser immerhin nicht piesackenden Plage.

Kleiner Belt,
 Fünen, 
Dänische Südsee

 
 

1981 - Kleiner Belt: Vejle - Kolding

 

 

 


Manfred Hilbers beschrieb diese Fahrt 1981einmal als die Fahrt, die ihm bisher am besten gefallen, und dessen Beschreibung nun hier folgt:

Da ich schon am Mittwoch Urlaub hatte, fuhren Annemarie, Miriam und ich schon voraus, zum Quartiermachen. Wir mussten am Vejlefjord eine Zeltgelegenheit für ca. 8 Zelte finden. Da es wie aus Kübeln goss, standen alle Wiesen direkt am Ufer knöcheltief unter Wasser. So guckten wir einen Parkplatz direkt an der Bahnlinie aus, schräg aber verhältnismäßig trocken. In der folgenden Nacht trudelten dann die anderen Wagen ein, geleitet durch Sprechfunk. In dieser Nacht hatten einige das Gefühl, zwischen statt neben den Geleisen zu schlafen, so laut donnerten die Züge an uns vorbei.
Am nächsten Morgen trauten wir kaum unseren Ohren, der Regen hatte aufgehört zu fallen. Die nassen Sachen wurden in der Sonne ausgebreitet, ausgiebig und mit viel Hallo gefrühstückt (wir sehen uns z.T. nur einmal im Jahr bei dieser Fahrt, da einige unserer Mitglieder nicht in Bremerhaven wohnen), dann Boote gepackt und die Wagen versetzt. Bei Windstärke 3-4 dwars (von Süden) zogen schließlich ein Dutzend Falt- und Polyboote, Einer und Zweier, zum Fjordende nach Osten. Andreas und ich segelten. Steilufer und tiefe Buchten kennzeichneten die Landschaft. Die meiste Zeit blieb uns die Sonne treu.
In der Mittagspause fand wieder ein Ringkampf zwischen unseren Raufbolden Jochen und Lutz statt, bei dem auch Eckhard eingreifen musste. Am Nachmittag gab es dann noch einen Halt zum Eiskaufen. Kurze Zeit später fanden wir dann einen prima Lagerplatz auf Trelde Naes, der südlichen Fjordmündung. Auf dem Steilufer zum Kleinen Belt hin standen riesige Bäume, auf unserer Seite dichtes Gebüsch. Dass es teilweise dornig war, musste Lutz beim Fußballspielen am Abend feststellen Dafür konnte ich tagelang hinterher kaum laufen, ich hatte mit Holschen an den Füßen mitgespielt und mir den Fuß vertreten.
Der nächste Tag begann wieder mit herrlichem Sonnenschein, der sich auch hielt. Außerdem hatte Norbert sich und uns Brötchen und Milch vom nahen Campingplatz besorgt. Weit ab vom Ufer paddelten wir Richtung Fredericia, unterwegs stellten wir Rekorde im Butterkeksessen auf, wer bekommt am meisten auf einmal in den Mund? Kurz vor einer Maulsperre und mit Staublunge trug ich den Sieg mit 7 Stück davon. In der Mittagspause verspeiste sogar Andreas mit Heißhunger die farbenfrohen dänischen "Varmen Pölser", entgegen seinen Überzeugungen von gesunder Ernährung. Der Sund zwischen Jütland und Fünen machte uns mit seiner starken Gegenströmung arg zu schaffen. Wir nutzten aber die riesigen Kehrwasser aus und kamen trotz allem noch gut voran. Da die Gegend sehr stark besiedelt ist, fanden wir keinen geeigneten Übernachtungsplatz. Mal waren die Häuser zu nah und dicht, mal das Ufer mit seinen Brücken zu steil, mal der Campingplatz zu nah, mal eine Seeschwalbenkolonie schon vorher da. Die Arme wurden immer länger, schließlich hatten wir eineinhalb Tagesetappen zurückgelegt. Mitten im Kleinen Belt fanden wir eine kleine Insel, die unseren Vorstellungen ideal entsprach. Die Sonne stand schon dicht über dem Horizont, als die Zelte schließlich aufgebaut waren. Einen Rundgang unternahmen wir aber doch noch. Die Insel bestand aus dem Unterland, auf dem wir zelteten, und einem Oberland, das dicht mit Kiefern bestanden war. Insgesamt betrug ihr Durchmesser nicht mehr als 200 m.
Den dritten Fahrtentag ließen wir ruhig angehen. Bei Windstille und Sonnenschein beobachteten wir eine Segelregatta beim Flautenschieben. Der ganze Belt schien voller Segel zu sein. Der Tag verging, bis die letzten Boote an unserer Insel vorbeigefahren waren. Wir beschlossen, hier zu bleiben. Carsten und Martin machten eine Rundtour, Jürgen und Bernd angelten Dorsch. Der Rest erkundete die Insel, spielte Karten oder faulenzte einfach. Ein kurzer, heftiger Gewitterschauer am Abend konnte uns die Laune nicht verderben. Der Tag klang aus mit einem Lagerfeuer und vielen Döntjes.
Am letzten Morgen unserer Reise lag dichter Nebel über dem Wasser. Wir waren schon am Packen, als er sich endlich auflöste. Die letzten Kilometer bis Kolding konnten Andreas und ich wieder segeln, Alfred hätte seine Freude daran gehabt. Später wurde es dann noch richtig heiß. Die sattgrünen Hügel am Fjordufer begleiteten uns bis zum Ort. In Kolding wurde erst einmal der Eisstand gestürmt. Dann wurde noch der letzte Wagen nachgeholt und die Bagage wieder eingeladen. Noch vor Mitternacht waren alle wieder zuhause.

  1982 - Kleiner Belt  Kolnig - Mommark  


Es sollte rund um Alsen gehen. Es war kein wirklicher Treffpunkt in dem Blindende des Alsfjord nördlich von Sonderbord ausgemacht worden. Es sollte über Funkgeräte, die eines unsere Mitglieder von seiner Firma mitgebracht hatte, das Zusammentreffen mit der Nachhut organisiert werden - da wo die Vorausgruppe einen guten Zeltplatz mit Wasserungsmöglichkeit gefunden hatten. Das Funkgerät für die Nachhut sollte im Verein in einem Spint hinterlegt sein. Der Vorausgruppe hatte an einer kleinen Straße von Strolbro nach Kolnig den wirklich schönen Zeltplatz gefunden, alles aufgebaut und ihr Funkgerät für die vereinbarte volle Stunde für jeweils 5 Minuten auf Empfang geschaltet. Allein die Nachhut hatte im Bootshaus das Funkgerät nicht an der verabredeten Stelle gefunden und war nach längerer Sucherei nun ohne losgefahren. Man konnte also nicht funken. Die Vorausgruppe wusste aber davon nicht. Sie hatten das Funkgerät in Stand-By, aber keiner rief. Die Nachhut fummelte sich schließlich auf Alsens Westküste bis in die Enden vieler kleiner Straßen und endete häufig mitten in der Nacht mitten auf einem Bauernhof mitten auf einer hochherrschaftlichen Hofvorfahrt. Und musste wieder drehen. Irgendwo fand sich dann ein Weg hinter einem kleinen Deich. Schon etwas hoffnungslos, die Vorausgruppe in der Nacht noch aufzuspüren, sprang plötzlich aus einem Gebüsch am Straßenrand eine Gestalt - die sich im fahlen Scheinwerferlicht als Mitglied der Vorausgruppe erwies. "Warum habt ihr denn nicht gefunkt?" "Wir haben das Gerät nicht gefunden, wo habt ihr das versteckt?" 

Die Fahrt als solche war eine typische Dänemark-Himmlefahrtsfahrt der frühen Tage, große Gruppen, Miriam wird von Zelt zu Zelt "geschickt", um dort die Töpfe zu prüfen, damit Manni ungestört kochen kann und sowieso sind andere Zelte immer viel interessanter... und die Jungs kann man so gut ein wenig necken....

und irgendwie wird so gemütlich gepaddelt, dass wir nicht bis zu unserem Ausgangspunkt zurückkommen und zum Schluss von Mommark ein Taxi nehmen müssen

  1983 - Kleiner Belt  Haderslev bis Aabenraa  


Immer wieder entscheidet der Wind die Fahrtrichtung. Manchmal wird in letzter Minute umdisponiert. Der geplante Start wird unversehens zum Ziel. Meistens sind besonders die Ocean-Fahrer dabei treibend - denn sie zählen auf den Wind: segeln. Ohne Anstrengung vorwärtskommen. Das Zentrum eines Päckchens hat immer den Vorteil, das die sich Wege aller Kekse, Gummibärchen, Chips, Schokoladenstücke dort kreuzen und .... man ist da natürlich im Vorteil - bezüglich des  Windes und ...

Die Fahrt durch den Haderslev Fjord endet am Nordwestende der Insel Aerö als erstem Zeltplatz. Den zweite Zeltplatz finden wir auf einer Lagune südlich von Halk - der 3.Platz unweit von Buchteingang nach Abenra.

Der Kanuverein von Abenra erwartet uns mit Kuchen. Dänische Gastfreundschaft. Ein besonderer Höhepunkt zum Abschied.

 

 


Kattegatt 
Hobro bis Vejle

 
  1984 - Kattegatt  Hobro bis Randers  


Das war die Fahrt der Jugendlichen. Harald war vor allem von den jungen Mitgliedern zum Wanderwart gewählt worden. Damit war diesmal die Fahrt in Ihrer Hand. Sollte man meinen.

Der Hobrofjord ist ein sehr langer abwechslungsreicher Fjord. Wir trafen uns wie üblich mit Funk und mitten in der Nacht im Hafen von Hobro. Da hatten unsere "Kundschafter" - das Vorauskommando - schon einen Platz für uns alle ausgekundschaftet. Allein Harald und Margit hatten erst mal eine Irrfahrt hinter sich als sie am morgen dann doch endlich eintrafen.

Es war eine Fahrt interessanter Episoden: 

Episode 1: der erste Tag neigte sich dem späten Nachmittag zu als unsere Jungen eine schöne Wiese erspähten. das war IHR Zeltplatz. Bedenken der älteren ob des Charakters der Wiese wurden beiseite gewischt. Also entstand mitten auf der Wiese die Zeltstadt. Nur die alten Hasen zelteten auf einem Schotterweg am Rande der Wiese. Was auf völliges Unverständnis der Jungen stieß - wie kann man es sich so unbequem machen. Ein munterer Abend folgte, Die jungen genossen vergnügt ihr Zeltleben, die alten hockten wie üblich bei Manni und Annemarie im Zelt. Bei Wein, Ültje-Erdnuskernen, Salzstangen ... Irgendwann war es wirklich Nacht und alle gingen in ihre Schlafsäcke.

Es begann zu regnen. Kräftig. Tumulte bei den Jungen - die Wiese lief voll. Alles mögliche schwamm auf, z.B. eine Margarinedose oder einige Turnschuhe dümpelten aus den Zelteingängen... Also - nun ergab sich deutlich, warum die alten auf dem hässlichen Schotterstreifen des Weges ihre Zelte hingestellt hatten - dort war der Regen ohne Spuren versickert...

Episode 2: So im letzten Drittel des Fjordes weitet sich der Fjord auf, und der gemeine Paddler ist geneigt, den kürzesten - direkten Weg zu suchen; womit man schnell aufläuft, denn es wird verflixt flach - aussteigen und ziehen ist angesagt. Als sich die Verhältnisse im Fjord wieder gebessert haben, ist es Zeit, wieder einen Zeltplatz zu suchen. Jetzt halten sich unsere Jungen sehr zurück und lassen erst mal die alten vor. Die suchen sich eine schöne "Vordeich"-Wiese aus und bauen die Zelte auf. Dann wählen auch die Jungen ihre Plätze - sicherheitshalber noch weiter oben als die alten, zum Teil hinter dem kleinen Deich - aus purer Vorsicht. Nicht noch mal ne nasse Nacht, die nassen Schlafsäcke reichen schon.

Episode 3: Am Eingang des Randersfjordes gab es kräftig Gegenstrom, also wollte die Truppe nicht mehr allzu weit reinfahren. Wieder gab es eine schöne Wiese. Diesmal blieb das Wetter gut. Und es wurde in Haralds Zelt - mit Vorzelt-Tarp verlängert eine lange Pfannkuchennacht veranstaltet. Wiedereinmal die legendäre Dänemark-Pfannkuchennacht.



  1985 - Samsö Belt    Horsens bis Veijle  


Eigentlich nur eine übliche Dänemarkfahrt. Zelten am Wasser, am Wald, Zeckenangriff, Lagerfeuer....

Da war so eine schöner Platz an einem Leuchtturm. Wie für uns ausgebreitet. Da mussten wir bleiben.

Dumm nur: die Wiese gehörte zu einer geschlossenen Anstalt. Die Leiterin und eine weitere Dame kamen vorbei und machten uns streng darauf aufmerksam, das wir uns auf Privatgelände befänden. Manfred und Eckhard nahmen ihren ganzen Charme und ihre rudimentäres Dänisch und beschwatzten die beiden bis wir bleiben konnten.

Später holpert ein alter grüner VW-Käfer über die Wiese auf uns zu und ein grüngekleideter Mann (Förster?) will uns wiederum drauf aufmerksam machen, dass wir hier unberechtigt zelten - jetzt haben wir gute Argumente. Als wir erzählen das wir die Erlaubnis der beiden Damen haben ist alles O.K. 

Dann tobt wieder das Zelterleben und Andreas unser kurioser Heilpraktiker lässt seinen Drachen steigen, der sich natürlich umgehend in dem Geländer des Leuchtturmes unerreichbar verheddert. Oh je. da hilft kein Zerren und Ziehen, das Ding tüdelt sich immer nur fester.  Watt nu?

Da zeihen sie zur Anstalt, beichten ihr Problem und kommen mit 'ner Leiter zurück - Drachen gerettet.

Nun ja - was gehörte damals auch zur Dänemarkfahrt? Natürlich: Pfannkuchenorgie und Margit barbiert Haralds Bart.

  1986 - Kleiner Belt  Haderslev bis Kolding  

Es hatte sich quasi eingebrannt: Die schönste Insel im Kleinen Belt ist Fanö Kalv. Für uns seit 1981. Traumhaft, weil unbewohnt und Zelten erlaubt. Mitten drin im Kleinen Belt vor Kolding. Mit Steilküste und flachem Strand. Mit kleinem Wäldchen, schöner Aussicht vom Sandkliff im Westen, schönem Stand im Südosten. "Hügelig" wie der Däne sagt - eben gemütlich. Eigentlich ist die Insel der Höhepunkt der Fahrt und zwangsweise muss ein Ruhetag dort gemacht werden. Es war nicht das letzte mal.

 



  1987 - Großer Belt  Kerteminde bis Mesinge  


Bemerkenswert bei diese Fahrt war der Zeltplatz in der Lagune westlich vor Nordskov an der Spitze der Halbinsel Hindsholm. Es war ein wunderbarer  Platz auf einer Nährung. Dei übliche Regatta rund um Fünen dümpelte in einer Flaute, als wir uns den Platz erkoren. Wieder mal auch für den Tourruhetag.

Nur das wieder mal zwei Frauen zu uns kamen und uns darüber aufklärten, das wir auf Privatgrund zelten. Na gut, wir konnten noch die 2. Nacht dort bleiben aber....

Dumm, die schönsten Ecken sind immer privat,,, Dabei sah das doch so einsam aus und das das Haus da hinten dazu gehört, wer konnte das ahnen?

 

 

 

  1988 - Limfjord  Amtoft bis Tambohuse - Jubiläumstour nach 10 Jahren  

Nach 10 Jahren muss mal wieder der Limfjord dran sein! Kleine Variante der 1. Tour. Und wieder genau so schön - Auch das Wetter. Überwiegend Sonnenschein und Wind aus der richtigen Richtung.

Diesmal starten wir in Amtoft am Strand, und queren dann rüber an das Nordufer von Mors. Der Wind bläst kräftig, natürlich zur besonderen Freude der Ozean-Fahrer, die wenn sie nur können, ihre "Lappen" hochziehen. Der "armselige" Rest der Einerfahrer versuch wie immer, irgendwie einen der Segelgetriebenen zu packen und im Päckchen am bequemen Fortkommen teilzuhaben, zumal dort dann auch immer allerlei Schleckereien die Runde machen.

Schöne Zeltplätze - alle auf Mors - bescheren uns lange gemeinsame Abende, der eine oder andere Kuchen wird am Nachmittag herausgeholt, wie üblich verschwindet Annemarie und "Beachcombert" bis Manfred schon lange das Abendbrot fertig hat, sie kommt natürlich mit allerhand Fundsachen zurück, als die Kartoffeln schon kalt zu werden drohen.

 

 

 

 

 

  1989 kleiner Belt - Skovballe Skov bis Tryggelev  

Das erste Mal wirklich Dänische Südsee. Wir treffen uns in dem Kleinen Hafen mit dem lustigen Namen Skovballe Skov im Süden Fünens. 

Mit gut Wind geht es am ersten Tag an Strynø vorbei Richtung Langeland. Eigentlich wollten wir auf eine Insel in der Bucht nördlich von Kædeby zusteuern, um dort unser erstes Camp zu machen, aber zu der Zeit brüten noch die Schwäne und wir überlassen das Revier den Vögeln. Der 1. Zeltplatz wird dann am südlichen Ausgang der Bucht gewählt.

Auch am nächsten Tag ist wieder Segelwetter, zwischen "professionell" mit großem Tuch am ächzenden Mast bis zu flottem Drogeriemarkt-Familien-Regenschirm für 10 Mark treibt uns alles, die Zweier fahren gemütlich flott, die einer im Schlepp dagegen anstrengend und nass - immerhin wellt es ganz schön.  Die Fahrt geht flott bis hinter Bagenkop zum Dovnsklint, wo wir eine geschützte Bucht als Ziel auserkoren haben.

Schön in einem Hain gelegen finden wir Zuflucht als es schon einigermaßen aufbrist. Später stellt sich heraus, dass wir in einem Naturschutzgebiet zelten. Am nächsten Tag ist der Wind weiter angeschwollen, in der Bucht ist ein Starten ohne Gefahr nicht möglich, wir entscheiden uns zu bleiben. Es ist Wochenende und viele Spaziergänger schlendern durch unser Lager - keiner regt sich auf, im Gegenteil: mancher spricht uns freundlich an und erkundigt sich nach unserem Tun. Wäre das in Deutschland möglich. 

Der folgende Abend beschert uns einen wunderbaren Sonnenuntergang, durch den die Fähre Kiel Bagenkop so hindurchfährt, das die Sonne durch das Schiff scheint.

Der Sonntag zwingt uns ins Boot - in einer 2. Bucht nahe unserem Camp - recht eng - können wir ein Boot nach dem anderen starten, die Wellen duschen allerdings alle - Einer wie auch Zweier, denn beherztes Paddeln ist notwendig, vom Strand zu kommen. Bis zur Stichstraße nach Tryggelev ist es dann nicht weit.

 

 

Lolland / Falster

 

 

 

 

 

 


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