Oste, Elbe, SAIL und Knechtsand

KVU-Youngsters planschen im Neo

Fahrten der KVU-Wander- und Seekajaker 2015

Nach einigen Winterfahrten können wir in diesem Jahr früh in die Saison starten. Gleich zweimal steht die obere Oste spontan auf dem Programm. Die erste Fahrt ist für die Jugendlichen organisiert. Nach langer Zeit können wir mal wieder in Eiztmühlen starten. Bei hohem Wasserstand geht es bis Sandbostel. Mitunter verhindern Baumstämme oder Treibselinseln einfaches Vorankommen. Die Bäume sind noch kahl. Doch nachdem wir mein Auto nachgeholt haben, finden wir die Youngsters im Neo auf der überschwemmten Wiese rumtoben. Das hat nicht jeder, der in der Großstadt aufwächst!

Frühlingstour von Sandbostel nach Bremervörde

Zwei Wochen später sind wir schon wieder da. Kurz zuvor hatte es heftigen Sturm gegeben. Dennoch steht das Wasser nicht ganz so hoch. Die einfache Strecke von Sandbostel bis Bremervörde wollen wir fahren. Ganz so einfach wird´s dann nicht. Vor einer quer über den Fluss liegenden dicken Pappel und Stämmen und Ästen, die die Durchfahrt verhindern, müssen wir fast aussteigen und umtragen. Mit vereinten Kräften können wir vom Boot aus die Stämme mit der Leine aus dem Wurfsack soweit zur Seite ziehen, dass wir weiter kommen.

Mai-Fahrt Richtung Knecktsand

Unser Feierabendpaddeln wird dann noch nicht so gut besucht. Also geht´s auch einfach mal zu zweit die Geeste bis zur Schleuse und zurück, kalt ist´s noch. Auf dem Rückweg deutliches Grummeln und Blitzen von der Weser her, und dann hat es uns. Ziemlich schnell bekommt der schwarze Lukendeckel vor mir immer mehr weiße Sprenkel, bis er vom Graupel bedeckt ist. Wer braucht im April für eine kurze Fahrt vor der Haustür schon Paddelpfötchen oder eine vernünftige Kopfbedeckung ?

Aber die Kälte hat dann doch wieder ein Ende und uns zieht es auf´s große Wasser. Auch wenn wir die Fahrt an Pfingsten zum Hohe-Weg-Leuchtturm wegen des Wetters ausfallen lassen müssen. Bald geht´s zum ersten Mal zum Knechtsand. Auf dem Rückweg brennt die Sonne, völlige Flaute. Das Wasser ist so spiegelglatt, dass im Elbe-Weser-Wattfahrwasser nordwestlich von Dorum Schalen von Sandklaffmuscheln von der steigenden Flut angehoben worden waren und auf dem Wasser schwimmen. Zum Glück ist nicht auf Schnelligkeit ausgerichtete Leistung Ziel unserer Touren, sondern auch die Muße, die kleinen Ereignisse zu genießen.

Rund Harriersand

Wie rum fahren wir nun? Wir stehen in Sandstedt am Seglerhafen und überlegen. Rund Harriersand ? Es gibt eine deutliche Gewitterwarnung. Aber erst für den späteren Nachmittag. Die Entscheidung ist klar: Auf der Weserseite können wir jederzeit aussteigen und abwettern, im kleinen Arm schlechter. Los geht´s. Herbert, der Faltenreiche besucht uns noch auf dem Wasser, lädt uns auch ein auf dem Rückweg zum Tee zu kommen. Aber da sind wir nun leider verhindert, Herbert, denn es kommt so wie geplant. Noch auf dem Pausenplatz an der Südspitze sehen wir die Front heran kriechen, von Südwesten her, von Oldenburg. Sie sieht aber noch nicht bedrohlich aus. Also starten wir, aber schon nach zwei Kilometern steigen wir aus. Der Himmel ist zweigeteilt, nach Süden hin schwarz, nach Norden strahlend blau. Die Meisten verkriechen sich unter einer großen Plane. Es prasselt, blitzt und knallt. Es ist schon blöd, wenn man hier sitzt, in Oldenburg wohnt und weiß, dass man, nein, diesmal frau vergessen hat, das Dachschrägenfenster zu schließen. Es soll gut ausgegangen sein. Und wir kommen nach unserer Zwangspause noch so früh in Sandstedt an, dass wir nicht durch den Schlick waten müssen. Schön, dass so viele verschiedene Menschen zusammen waren, Alterspanne 11 bis weiß ich nicht genau.

KVU-Fahr auf der Elbe

Fünf Jahre sind vorbei, es ist wieder Sail. Vom Verein kurz auf die Weser, durch die Sportbootschleuse und wir haben den besten Blick von allen auf die großen und kleinen Segler.

Im September "wagen" wir Weserpaddler uns mal auf die Elbe. Der letztes Jahr aus Süddeutschland importierte Trailer läuft und hilft uns gut. Ja, etwas breiter als die Weser ist die Elbe schon. Also sind die großen Pötte auch meistens etwas weiter weg, ihre Wellen fast ausgelaufen ehe sie uns überhaupt erreichen. Es gibt auch engere Stellen.Und mehr Schiffe als auf der Weser sind es schon, und was dort gilt, vor der Fahrwasserquerung durchaus zu warten, gilt hier erst recht. Von der DLRG auf Krautsand schiebt uns die Tide flott zum Schwarztonnensand und dann zum Pagensand,

wo wir auf dem Strand eine kleine Pause machen. Und weil es dort so schön ist, dauert´s etwas länger und wir kommen halt etwas zu spät am Lühesand an. Aber gegen die erste Tide fahren ..., kennen wir doch. Zum Glück gibt´s gleich helfende Hände beim Ausstieg und Boote-Tragen. Wir kommen halt anders als die Hamburger bei Hochwasser hier an und der Ausstieg an der Schüttung ist nicht ganz einfach. Der tolle Platz des RdE überzeugt alle. Faul essen wir im Restaurant und sitzen dann noch mit etlichen Hamburgern und, ich glaube, Itzhoern am Lagerfeuer. Für die Rückfahrt passt die Tide gerade so. Die Elbe wimmelt jetzt im September noch einmal von Seglern. Kurz vor Krautsand beginnt die Sonne unterzugehen. Tolle Stimmung in der Dämmerung unter einem mit einzelnen grauen Wolken bedeckten Kaltfronthimmel. Ja, doch, die Elbe und euch RdEler besuchen wir bestimmt wieder.

Und dann spontan noch mal zum Knechtsand. Auch Bernd, der einzige KVU-OC-Einzel-Wanderpaddler ist wieder dabei und muss sich um einen Stundenkilometer bremsen. Auf der Robbinsbalje dann schon etwas Welle und Kabbelwasser, das wir ja aber umfahren können. Aber wir haben jemanden dabei, die noch nie mit dem Kajak hier draußen war. Sie macht es aber gut. Kurz vor Hochwasser wird es verflixt diesig und wir können Tonne R 5 nicht sehen, so sehr wir auch peilen. Also fahren wir nicht ganz so weit wie üblich. Wiedermal kippt das Wetter mit der Tide. Vom Sand aus sehen wir auch R 5, es klart auf. Der Rückweg ist wieder deutlich ruhiger. Aber jeder, der hier öfter ist, weiß, dass es uns auch andersherum erwischen kann. Da schon Oktober ist, dürfen wir über´s Altcappeler Tief auf Spieka zufahren. Mal seh´n wie lange noch, und wie die neuen Befahrensregeln an der Küste und auf der Weser aussehen werden.

Text und Fotos: Joachim

Kanu-Verein Unterweser e.V.

Bootshaus:

Ludwigstraße 1

(An der alten Geestebrücke)

27570 Bremerhaven