Rund Eversand – länger als gedacht

Das hatten wir uns schon länger vorgenommen. Dieses Jahr klappt´s.

Am Morgen etwa um sieben starten wir zu viert in Dorum-Neufeld. Zum Glück ist schon jemand bei den Seglern und das Tor zu ihrem Vereinsgelände steht offen. So können wir über ihre Slipanlage einsteigen. Jeder andere Einstieg bleibt in Dorum schwierig, selbst eine Stunde nach Hochwasser.

KVU-Paddler in Dorum Neufeld

Mit gut ablaufendem Wasser sind wir schnell draußen. Die Sandbänke an der Kreuzung von Elbe-Weser-Wattfahrwasser und Robinsbalje liegen noch unter Wasser.

Aber langsam gucken die Sände dann doch heraus und früher als gedacht können wir am Rand des Knechtsands Pause machen. Aus der Ferne sehen wir das Wrack der Dunja: Der Mast, der bisher immer noch aufrecht stand, liegt jetzt deutlich geneigt.

Mit dem letzten ablaufenden Wasser starten wir wieder Richtung Nordergründe. Vor uns sehen wir den Windpark. Mich stören selbst diese riesigen Bauwerke hier draußen immer noch weniger als die Halbkugel in der Nähe der Strohauser Plate. Was hier draußen steht, lässt sich alles irgendwann wieder abbauen und entsorgen.

Die Hindernistonnen am Ende der Robinsbalje liegen flach auf dem Grund. Obwohl der Wind fast eingeschlafen ist, bricht sich die Dünung auf den Sänden.

Wir drehen uns Richtung Südosten und fahren in die Tegeler Rinne. Etwas weiter draußen fährt die Bremerhavener Kogge. Das erste Schiff oder Boot seit Dorum.

Wir haben das Stillwasser gut erwischt. Nach einer Stunde beginnt uns das auflaufende Wasser wieder etwas zu schieben. Es ist sehr warm für Anfang September und inzwischen komplett windstill. In der feuchten, diesigen Luft lässt sich der Horizont nur noch erahnen. Als wir den Leuchtturm Untereversand erreichen, staunen wir nicht schlecht. Das GPS zeigt bis hierher schon 40 km. Soviel? Zum Glück können wir hier noch eine kurze Pause einlegen und uns etwas die Beine vertreten.

KVU Paddler auf der Außenweser bei Sonne
Leuchtfeuer
Schweinswal

Dann haben sie uns. Bis auf 20 Meter kommen zwei Schweinswale heran, umkreisen uns, tauchen immer wieder mit der Finne aus dem Wasser. Wir lassen uns einige Zeit treiben. Sie bleiben recht lange in der Nähe, so dass diesmal sogar Fotos gelingen.

Allmählich werden doch die Arme schwer, Nacken und Schultern machen sich bemerkbar. Jetzt noch durch´s Bakenloch und dann über´s Watt nach Dorum. Wer zu dicht an Land fährt, sitzt bald auf dem Grund.

Zwar ziemlich müde, aber doch auch gut zufrieden steigen wir bei den Seglern aus. 54 km zeigt das GPS. Tja, soll nicht sein, aber kommt vor. Mehr als gedacht.

Müde Arme zum Ende der 54 km Tour

Text: Joachim Berg

Kanu-Verein Unterweser e.V.

Bootshaus:

Ludwigstraße 1

(An der alten Geestebrücke)

27570 Bremerhaven