Änderung des Kartennulls (SKN) in den Seekarten
|
Glossar: |
zusätzliche Informationen auf den Seiten des BSH |
||||||||||||||||
|
In den deutschen Seekarten der Nordsee beziehen sich alle wasserseitigen Höhen- und Tiefenangaben auf die Bezugsfläche Seekartennull (SKN). Eine Ausnahme bildet das Außenelbegebiet, hier wird von Kartennull gesprochen. Dabei besteht normalerweise Identität im Einzugsgebiet der Tiden mit dem m ittleren Sp ringn iedrigw asser (MSpNW), in Sonderfällen mit dem m ittleren T iden iedrigw asser (MTnw). Diese Definitionen werden schon seit mehreren Jahrhunderten einheitlich in allen Seekarten verwendet, doch haben langfristige Änderungen der Meeresspiegel und menschliche Eingriffe immer wieder zu Anpassungen geführt (Beispiel Tideelbe Abb.1)
![]() |
|
Abb. 1: Veränderung des Kartennulls in der Tideelbe |
Im Jahr 1993 ist durch die Tidal Working Group der N orth S ea H ydrographic C onference (NSHC) vorgeschlagen worden, ein vereinheitlichtes Bezugssystem mit einheitlicher Berechnungsgrundlage für das SKN in der gesamten Nordsee zu schaffen. Die zunehmender Verbreitung elektronischer Seekartendarstellungen ist ebenfalls ein treibender Faktor. Zu Grunde gelegt wird nun die "L owest A stronomical T ide" (LAT) - der niedrigstmögliche Gezeitenwasserstand, eine Forderung des I nternational H ydrographic O rganization (IHO) bei Berechnung bei Gewässern mit einem Tidehub größer 30 cm. In Gewässern geringeren Tidehubs, z. B. in der Ostsee, wird der Bezugshorizont "mittlerer Wasserstand" genutzt. Abb. 2 zeigt verschiedene nationale SKN-Niveaus - bemerkenswert, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Anrainern der Nordsee in Verhältnis SKN zu LAT mit 0,4 bis 0,6 m deutlich oberhalb anderer Festlegungen liegt.
![]() |
| Abb. 2:
Minimale und maximale Lage (m) der nationalen SKN bezüglich LAT, die in den
Seekarten der Nordseeanrainerstaaten sind (U. K. Hydrographic Office, North Sea Hydrographic Commission – Tidal Working Group – Report to the 22 nd NSHC Conference, 1996) aus: Goffinet, P. Qualitätssteigerung der Seevermessung und Navigation durch neuartige Beschickungsverfahren, Hannover 2000 |
Die Einführung von LAT ändern sich die darauf bezogenen Zahlenwerte nach unten. Abb. 3 zeigt die Änderungen der Höhen- und Tiefenangaben bzgl. der beiden verschiedenen Bezugssysteme. Wasserstände über SKN werden größer, die Tiefenangaben vom SKN bis zur Sohle geringer.
![]() |
| Abb. 3: Beispiel für die Veränderung der Höhen- und Tiefenangaben in den Seekarten durch Herabsetzung des Seekartennulls |
Die Höhe des niedrigsten astronomischen Niedrigwassers bestimmt sich aus der Berechnung der LAT-Werte , das BSH errechnet dies für jeden Pegel aus den örtlich herrschenden Gezeitenbedingungen durch eine mathematisch harmonische Analyse aus den Wasserstandsbeobachtungen der Hoch- und Niedrigwasser über eine Zeitspanne von 19 Jahren - Nutzern des Programms WXTIDE ist die Wichtigkeit dieser sogenannten Harmonischen spätestens seit dem Zeitpunkt bekannt, als die Britischen Hydrografen die freie Nutzung dieser Daten unterbanden, für die sie die Urheberschaft beanspruchten.
Die Datenperiode von 19 Jahren entspricht ungefähr der Umlaufdauer der Mondbahnknoten (18,6 Jahre) in der Ekliptik, deren Auswirkung, die Nodaltide, ist die wichtigste unter den längeren Partialtiden.
Parallel zum Wechsel von MSpNW zu LAT erfolgt auch ein Wechsel von einem Mittelwert zu einem Extremwert, hier zum niedrigst möglichen astronomisch zu erwartenden Niedrigwasser. Das Bezugsniveau sinkt, als folge davon andern sich alle Höhen- und Tiefenangaben - es verschiebt sich dei gesamte topografische Darstellung. Abb. 4 zeigt die charakteristischen Änderungen.
![]() |
| Abb. 4: Veränderung der Darstellung in den Seekarten durch Herabsetzung des Seekartennulls |
In den Gezeitentafeln des BSH keine negativen Werte mehr (geringere Fehlinterpretationswahrscheinlichkeit)
Nutzung einheitlicher Verfahren innerhalb der Flusssysteme und verschiedener Ästuare in den Bereichen der WSD's
Die Vorgaben der IHO sehen einen Unterschied zwischen dem Seegebiet einschließlich der Watten, Meere und Ästuare und den Tideflüssen einschließlich der Nebenflüsse vor. Zur Festsetzung des Seekartenulls wurde deshalb die deutsche Nordseeküste in zwei Bereiche eingeteilt. Im Seegebiet findet das LAT-Verfahren unmittelbar Anwendung. Da in den Tideflüssen eine Überlagerung des Tidesignals von See her mit anderen Einflüssen, z. B. dem Oberwasser stattfindet, muss hier unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Schifffahrt, eine dem LAT-Verfahren angelehnte Bestimmung der SKN-Höhen angewandt werden.
Die Umsetzung in den beiden Gebieten hat zur Folge, dass die Höhenlage des SKN im
gesamten Bereich um ca. 5 dm abzusenken ist.
Die Einführung des neuen SKN ist nach erfolgter Zustimmung durch das BMVBW zum Stichtag
01.01.2005
geplant.
Als Resümee bleibt festzuhalten,
© 2000-2009: Kanu-Verein Unterweser e.V. Bremerhaven Impressum Kontakt
Inhalte:
Inhalte dieser Seiten wurden sorgfältigst erstellt.
Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir jedoch
keine Gewähr. Wir sind als Diensteanbieter gemäß § 7 Abs.1 TMG für
eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.
Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir jedoch nicht verpflichtet, fremde
übermittelte oder gespeicherte Informationen zu überwachen oder nach
Umständen zu forschen, die auf rechtswidrige Tätigkeit hinweisen.
Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach
den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche
Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten
Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden
Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.
Haftung für Links: Diese Präsenz
enthält Links zu Webseiten Dritter, deren Inhalte wir nicht beeinflussen können.
Deshalb übernehmen wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr.
Inhalte verlinkten Seiten verantwortet stets der jeweilige
Anbieter oder Betreiber der Seiten. Verlinkten Seiten wurden
zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft.
Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Die
permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete
Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von
Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.
Urheberrecht: Werke, Inhalte und Abbildungen
auf den Seiten des Kanuverein Unterweser unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen
des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers.
Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch
gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt
wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte
Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine
Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden
Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte
umgehend entfernen.
Datenschutz: Die Nutzung unserer
Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit
auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder
eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf
freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht
an Dritte weitergegeben. Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im
Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen
kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.
Werbung: Der Nutzung von im Rahmen der
Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung
von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird
hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich
ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von
Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.