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Helgoland-Querung mit dem Outrigger
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Es wurde seit langem schon viel über das Paddeln nach
Helgoland gemunkelt und gegrübelt, um das Wie, Wer, Womit, Wo lang und Wann
etc. Doch erst mit dem Outrigger im KVU wurde diese Idee tatsächlich in die
Realität umgesetzt.
Das Projekt hat seit den ersten OC-Touren 2003 auf der
Außenweser immer mehr Konturen angenommen und sollte eigentlich schon 2006 im
Rahmen des OC-Camps auf der Insel in Angriff genommen werden. Sogar das
Fernsehen wollte bei der Erstbefahrung mit einem Outrigger dabei sein. Aber es
kam wie es kommen mußte: Das Wetter war einfach gegen uns und das Risiko bei
Gewitter auf der offenen See zu Paddeln war zu hoch...also, alles wieder auf
den Frachter und statt auf eigenem Kiel, mit der Fähre zurück...
Ein Jahr später August 2007: Das OC-Team wurde immer
nervöser, das Wetter war wochenlang nicht gut genug für dieses Unterfangen.
Eigentlich sollte es später passend zum OC-Camp’07 auf Helgoland losgehen.
Mehrere Tage wurden als Zeitfenster ausgesucht, der dafür nötige Urlaub wurde
schon seit Monaten beantragt. Doch dann wurde die Wetterprognose ausgerechnet
für den freien Sonntag, eine Woche zuvor als so Ideal für uns vorhergesagt,
dass kurzentschlossen alles zusammengekramt und verladen wurde.
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| Letzte Vorbereitungen
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Am 5.8.2007 um 6:03 Uhr wurde mit dem sorgfältig
Aufgeriggten und nautisch ausgestatten OC-6 in der Grimmershörnbucht von
Cuxhaven abgelgt. Die Sonne ging gerade direkt über dem Horizont der Unterelbe
auf und wir liefen gemeinsam mit einer Armada von Seglern gezogen vom Ebbstrom
der Elbe in die Außenelbe aus.
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| Letztes Festland – Kugelbake
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Vorbei an dem Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven, der Kugelbake
nahmen wir Kurs Richtung Neuwerk, entlang des Leitdamms, den man allerdings bei
Hochwasser noch nicht erkennen konnte.
Der Wind wurde langsam auch wach und hatte vor Neuwerk etwa
Stärke 2-3 und kam aus Süden, wir hatten allerdings noch Kurs West und somit
noch nichts davon. Erst als wir bei der Insel Scharhörn, das Fahrwasser in
Richtung Großer Vogelsand kreuzten, hatten wir ihn als Rückenwind. Dies war
auch eine der Schlüsselstellen der gesamten Fahrt, denn wenn es hier keine
vernünftige Lücke zwischen der unter voller Fahrt laufenden Großschifffahrt
gibt, hat man ein echtes Problem und man käme sich vor, wie ein Fußgänger auf
der Stadt-Autobahn. Doch wir hatten Glück genau am geplanten Punkt kreuzten wir
die Heckwelle eines nach Cuxhaven laufenden Frachtschiffes, von dem uns die
Besatzung freundlich aufmunternd zugerufen und gewunken hatte. So etwas haben
die hier sicher noch nie gesehen, wie es überhaupt immer interessierte Blicke
von nebenherfahrenden Booten gab.
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| Noch steht der LT-Großer Vogelsand
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| Als wir die Mittelfahrwassertonnen, des hier in
Fahrtrichtungen getrennten Fahrwassers erreichten, hatten wir glücklicherweise
freie Bahn rüber zum Großen Vogelsand, wo noch der gleichnamige Leuchtturm
steht.
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| Das Wrack der Fides voraus
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Unser nächstes Pausenziel war aber etwas älter und hatte
einen tragischen Hintergrund, das Wrack der Fides, die zusammen mit der Ondo in
den 60er Jahren hier gestrandet waren.
Zum Vergleich ein Link: http://ondo.sea-rescue.de/fides_galerie1_de.php
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| Ladebaum der Fides
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Fasziniert von den sichtbaren Resten zeigte es uns aber
auch, dass dieses Gewässer nicht zu unterschätzen sind.
Außerhalb des Gefahrenbereichs des Fahrwassers suchten wir
uns unsere weiteren Wegpunkte, bis wir die auf Reede liegenden Schiffe sahen,
dort war auch unser letztes Seezeichen die Reedetonne 4, danach war bis zur
Tonne Düne Süd nur noch 20km freies
Wasser.
Die bisher begleiteten Segler hatten uns schon längst in
westlicher Richtung Außenweser verlassen, wir waren auf uns allein gestellt.
Der Wind blies mittlerweile mit etwa 3-4 aus Süd und schob uns Richtung der
noch weit außer Sicht liegenden Insel Helgoland. Die Sichtverhältnisse waren
es, die uns nun immer angestrengt Ausschauhalten ließen.
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| Helgoland voraus
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Erst etwa 8-9km vor der Insel zeigte sich weit über dem
Dunst am Horizont der Richtfunkmast von Helgoland.
Die Euphorie wurde groß, die Wellen allerdings wuchsen mit,
da hier verhältnismäßig tiefe und flachen Stellen eng zusammen sind. Aber wir
hatten nicht mehr viel vor uns und als wir zusammen mit einigen
Seebäderschiffen die Reede von Helgoland erreichten, empfing uns sogar eine Delegation
des WSC-Helgoland, die uns mit ihrem Motorboot bis in den Nordhafen begleiteten
und uns aufmunternd unterstützten. Denn die letzten 20 Minuten hat die Tide
wieder gewechselt und wir paddelten gegen den Strom. Um 12:10 erreichten wir
die Hafeneinfahrt und 5min später lagen wir am Steg des WSC fest.
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| Am Ziel, der Nordhafen auf Helgoland
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Viele Bootsbesatzungen riefen uns zu oder applaudierten
sogar, ein wirklich toller Moment für uns. Als wir wieder alle „beisammen“
hatten, konnten wir uns Landfein machen und die vielen Fragen der neugierigen
Wassersportler beantworten... wie, wer, womit, wo lang und wann gestartet
etc...
Das obligatorische Bier an der Promenade brachte die
Erinnerungen an die Querung, Anfang des Jahres von Teneriffa nach Gomera wieder
hervor...
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| ...man weiß ja nie, Schiffe können sinken ;-)
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Auf der Fähre ging es zurück nach Cuxhaven und der Outrigger
wartet nun auf uns für das folgende OC-Camp auf Helgoland...
Gepaddelt haben:
Sonja Ficke-Schlagfrau, Silke Steph-2. Schlag, Peter
Kandsorra-Bank 3, Bernd Dages-Bank 4, Brigitte Czelusta-Bank 5, und Olaf
Knoke-Steuermann
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| Die Daten:
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Abfahrt 06:03 Uhr, Ankunft 12:10 Uhr, Sonnenaufgang 5:45
Uhr, Hochwasser Cuxhaven 05:47 Uhr, Helgoland Niedrigwasser 11:43 Uhr, Wind aus
Süd, Stärke 2-3, vor Helgoland 3-4.
Wellenhöhe 0,5m -1m,
vor Helgoland bis zu 1,2m
Gefahren Strecke: 65,7 km, abgewichen von der errechneten
Route 500m (Wrackbesichtigung), 5 Pausen zusammen 45 min.
Nautische Ausrüstung: 1 Magn.-Kompass + ein Uhrkompass als
Reserve, 1 Navi mit digit. Gewässerkarte, gedruckte Gewässerkarten, versch.
Handys mit versch. Netzen, schriftl.
Liste der Wegpunkte und Richtungen, Eine Bootslaterne, außerdem hatten wir auch
etwas Feuerwerk dabei, falls es bis Sylvester gedauert hätte ;-)
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| Resümee:
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Ein Paddlertraum ist wahr geworden - Der erste Outrigger hat
Helgoland auf eigenem Kiel erreicht - Alles richtig gemacht und sicher
angekommen.
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| Presse
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| Nordsee-Zeitung
(7.8.2007)
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| Der Helgoländer
(Oktober 2007) |
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