3. Outriggercamp Teneriffa 2007Ein komplettes 6er-Outriggerteam des KVU machte sich aus dem zwar milden, aber dennoch ungemütlichen norddeutschen Winter auf dem Weg nach Teneriffa ins Outriggercamp. Diesmal mit einem richtigen Ziel vor Augen: Die Querung mit einem OC-6 von Teneriffa nach La Gomera. So waren wir auch die ersten Nichtkanaren die dieses vor hatten und die Dritten überhaupt.
OC-5 LBei der Ankunft war unser Team leider wegen Krankheit eines Paddlers für zwei Tage nur mit fünf unterwegs und nutzte den kräftigen Wind in El Medano und die entsprechenden Wellen zum Eingewöhnen und Erkunden der Gegend. Die erste Etappe zu unserem Startpunkt führte uns dann wieder vollzählig von El Medano nach Las Galletas, dabei überraschte uns das Wetter mit noch stärkerem Wind und weiter draußen mit teilweise 4m hoher See. Selbst der Küstenwache schien das nicht geheuer und kam mit einem Patrouillenboot und Blaulicht direkt auf uns zu. Nachdem klar war, das wir nicht illegal aus Afrika einreisen wollten und auch nicht in Seenot geraten sind, drehte das Boot bei, blieb noch etwas und setzte dann seine Fahrt durch die stürmisch See fort. Unser geliehener Flyer-6 von Canoa-Canarias hatte seine Bewährungsprobe bestanden und so landeten wir direkt vor der Kneipe „Moana“, eines dort ansässigen Polynesiers.
Leuchtturm Faro de TenoAm darauffolgenden Tag stand dann weniger der Kampf mit Wind und Welle auf dem Plan, stattdessen eine ordentliche Strecke zu unserem Querungshafen nach Playa de San Juan, entlang der Haupttouristenstrände Teneriffas. Aber auch hier überraschte uns das Meer, bei langer Dünung hatten wir die Gelegenheit einen anderen polynesischen Sport aus nächster Nähe zu bestaunen, das Wellenreiten. Die ideale Bedingungen dort, vor neugierigem Publikum zu surfen, dürfte wohl genau das Richtige sein, die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Nur langsam stellte sich unser Rhythmus von Rennfrequenz auf Streckenschlag um, wo wir sonst schnellstmöglich von A nach B paddeln, mussten wir uns zwingen auf Genusspaddeln umzusteigen.
Gepaddelte StreckeMit unserem eigentlichen Ziel am Horizont auf Backbord im Blickwinkel, liefen wir trotzdem schon am Nachmittag in den romantischen Hafen von San Juan ein und überbrückten die Zeit am kleinen Strand mit kühlen Getränken der örtlichen Braukunst.
Los GigantesAm Tag vor der geplanten Querung sollte es noch zu den spektakulären Klippen der Los Gigantes gehen. Hunderte von Metern erhebt diese Felsformation steil aus dem Meer, unterbrochen nur von versteckten tiefen Schluchten.ein wirklich imposantes Naturschauspiel. Am Tag der Querung wurde es ernst, Werner von Canoa-Canarias, der die Gewässer dort kennt, wie seine Boardshorts-Tasche, machte uns eindringlich auf die Gefahren und Risiken aufmerksam. So ganz war es ihm nicht geheuer allein ohne Begleitboot dieses 20sm-Vorhaben wagen zu wollen, nun wäre es ja auch nicht gerade eine tolle Werbung, wenn es fehlschlagen sollte. Sein Boot hätte er dann u.U. aus S. Juan abholen können, allerdings das auf Puerto Rico in der Karibik...
Vor der Überfahrt in S. JuanNach einem Briefing über Wind, Wellen und Tide liefen wir um 11:00 Uhr aus dem Hafen und machten uns auf dem Weg. Eine leichte Briese kam uns entgegen und die Insel La Gomera lag genau voraus.
Teneriffa im RückenEinzelne Touristenboote die auf Walbeobachtung waren, zogen an uns vorbei und nach einer Stunde waren wir nur noch unter uns. Der Wind blies mittlerweile sehr ordentlich von vorn und die Wellen wurden immer höher, aber dies wurde auch so erwartet und sollte sich noch steigern. Ein kurzer Blick zurückgepeilt damit wir auf dem richtigen Kurs waren und weiter ging’s. Auf halber Strecke konnten wir auch schon einige Einzelheiten unseres Ziels erkennen.
Hält die Ama?Es gab hier zwei Befürchtungen, hielt die Ama den ständigen harten Wellenschlag von der Seite stand und machten wir bei noch zunehmenden Gegenwind auch genügend Fahrt über Grund?
San Sebastian de la Gomera voraus Aber als nach einer weiteren Stunde einzelne Gebäude und Felsformationen besser auszumachen waren, konnten wir beruhigt weiterpaddeln. Um 15:30 Uhr passierten wir nach insgesamt 4,5 Std. die Mole von San Sebastian de La Gomera und erreichten wenig später unser Ziel beim Hopfenkaltschorlendieler an der Promenade dieses gemütlichen Ortes.
Brigitte
Bernd
Olaf
Sonja
SilkeAm letzten Tag unseres Camps paddelten wir zur Entspannung noch mit OC-1ern und 2ern in der Bucht von El Medano und suchten nach geeigneten Surfwellen, die ließen dann auch nicht lange auf sich warten. So war es hier ein toller Abschluss und letztendlich hielten sich die Verluste auch in Grenzen. Nur ein Paddel ging zu Bruch und macht sich wohl nun auf den Weg über den Atlantik, außerdem schaut sich jetzt eine Sonnenbrille die Sache aus 2500m Tiefe von unten an. Über unser hyperprofessionelles, kostenloses Kartenmaterial vom Flughafen, versehen mit tollen Kugelschreibereinträgen und was wir hätten noch alles mitschleppen müssen, schweig ich mich mal lieber aus ;-)
Malolos in den Farben von Canoa-CanariasGroßen Dank gilt vor allem Werner, der uns wiedereinmal mit Boot, Auto, Rat und Tat unterstützt hat. Olaf© 2000-2009: Kanu-Verein Unterweser e.V. Bremerhaven Impressum Kontakt Inhalte:
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