Nordsee-Zeitung berichtet: Paddeln, bis die Arme lahm werdenOutrigger-Kanuten
suchen ihre Grenzen
|
||||||||||||||||||||||||||||
| Wie verrückt muss man sein, um mit einem Paddelboot
von Wangerooge
nach Bremerhaven zu fahren. „Gar nicht“, sagt Peter Kandsorra. „Wetter,
Wind und Wille müssen stimmen. Und die Ausrüstung.“
Gemeinsam mit fünf weiteren Paddlern vom Kanu-Verein Unterweser (KVU) hat er die 85-Kilometer-Tour in 7 Stunden und 40 Minuten gemeistert – inklusive Abstecher zum Leuchtturm Roter Sand. Für ausgefallene Extra-Touren ist das „Malolo“-Team des KVU immer zu haben. Mit ihrem 13,7 Meter langen Sechser-Ausleger-Kanu (Outrigger) sind die Bremerhavener vor drei Jahren auch schon von Cuxhaven nach Helgoland gepaddelt. Neben dem Spaß am Paddeln „suchen wir das Außergewöhnliche. Tun das, was noch nicht so viele gemacht haben“, sagt Kandsorra. „Und testen unsere eigenen Grenzen aus.“ Das funktioniert natürlich nur, wenn die Gemeinschaft stimmt. Und die stimmt. „Jeder kann sich 100-prozentig auf den anderen im Boot verlassen“, ist sich Kandsorra sicher. Im vergangenen Jahr stand die Tour Wangerooge - Bremerhaven schon einmal auf dem Programm. Wetterbedingt musste jedoch abgebrochen werden. Sicherheit geht vor. Jetzt passte alles. |
Roter Sand voraus: Jede Stunde
gönnten sich die KVU-Paddler eine Fünf-Minuten-Pause. Im Bild zu sehen
sind Olaf Knoke (vorne) und Andreas Tolle. |
||
|
Mit ihrem Outrigger auf dem Trailer fuhren Brigitte Czelusta, Olaf Knoke, Sonja Ficke, Andreas Tolle, Bernd Dages und Peter Kandsorra zunächst nach Harlesiel (Ostfriesland). Dort wurde der OC-6 aufgeriggt. Anschließend paddelte das Sextett nach Wangerooge und übernachtete dort. Den Seewetterbericht noch einmal abgehört, stach das Team um 11 Uhr vom Strand am Hafen von Wangerooge in See. „Wir sind noch 30 Minuten mit dem ablaufenden Wasser an der Westseite der Insel vorbei gepaddelt und dann in einem ovalen Halbkreis Richtung Norden gefahren“, berichtet Bernd Dages. Auf ihrer Tour Richtung Roter Sand mussten die „Malolos“ das Fahrwasser der Jade und der Weser kreuzen. Schlag um Schlag ackerten sie sich bei klarer Sicht ihrem Ziel entgegen. Und dann lag er in voraus, der Leuchtturm. |
„Er war wohl noch zehn Kilometer entfernt, doch wir haben uns riesig gefreut“, beschreibt Brigitte Czelusta. „Aber er wurde und wurde nicht größer. Erst nach gut 45 Minuten haben wir ihn endlich erreicht. Eine quälende Plagerei“, gesteht die 42-Jährige. „Er sieht einfach klasse aus, der Rote Sand. Leider gab es dort keinen Kiosk, der Fischbrötchen verkauft“, meint sie augenzwinkernd. Nach einer kurzen Pause ging es dann mit Wind der Stärke 3 im Rücken in das Nebenfahrwasser der Weser. „Beim Kreuzen mussten wir einen etwas längeren Weg paddeln, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Berufsschifffahrt zu haben“, betont Dages. Die Strecke zwischen den Leuchttürmen Roter Sand und Hoheweg legte die KVU-Crew mit einer Geschwindigkeit von knapp 15 Kilometern in der Stunde zurück.
|
„Auf den letzten Kilometern, den Container-Terminal vor Augen, haben Arme, Schultern, Rücken und Po ganz schön geschmerzt“, gibt Czelusta zu. Kurz vor dem Tidenwechsel lief das Boot in die Geeste ein. „Nach solch einer Tour dann auch noch gegen Ablaufwasser zu paddeln – das wäre hart geworden“, ist sich Kandsorra sicher. Die Strapazen sind inzwischen wieder vergessen. Anfang August steht das jährliche Hochseetraining auf dem Programm: Paddeln vor Helgoland. |
Autor: Jürgen Rabbel für die Nordsee-Zeitung am 15.7.2010 |
| Nachfolgend der Bericht von der HP des LKV-Bremen: | |||
17.10.2010Outriggerfahrt von Wangerooge nach Bremerhaven
Juli 2010 wurde im Rahmen eines Trainingslagers auf Wangerooge die Möglichkeit einer Querung mit einem Besuch des Leuchtturms Rotersand genutzt. Nach mehreren gescheiterten und abgebrochenen Versuchen 2008 und 2009 von Bremerhaven und Dorum-Neufeld aus, die Insel, bzw. den Leuchtturm, zu erreichen, waren nun die Bedingungen endlich so günstig, dass beide Ziele sogar miteinander verbunden werden konnten. Allerdings diesmal von der Insel Wangerooge aus, was uns mindestens eine Stunde mehr Tidenzeit bringen sollte. Zunächst wurde unsere Ausrüstung zusammen mit den OC-6 nach Harle-Siel gebracht. Bei idealem Wetter und Hochwasser schoben wir das dort, unter den staunenden Blicken der Badegäste, aufgeriggte Auslegerkanu ins Wasser. Die 7 Kilometer zum Hafen von Wangerooge paddelten wir in Begleitung von Seehunden, die auch später immer wieder neugierig neben, vor und hinter uns auftauchten. Nach der Ankunft wurde das Boot im Sportboothafen festgemacht und angemeldet, das Gepäck geschnappt und die 2km zur Jugendherberge gewandert. In nagelneuen Zimmern mit tollem Ausblick untergebracht, erkundeten wir die Insel zunächst einmal zu Fuß. Am Nordstrand versuchten wir uns einen Überblick für den Kurs zum Leuchtturm Rotersand zu verschaffen. Allerdings war die Sicht nicht so optimal, zwar waren die Schiffe draußen auf Reede zu erkennen, aber die Leuchttürme auf See waren nicht zu sehen. Tags darauf paddelten wir als Erkundungstour einige Kilometer auf die Nordsee, sehr entspannt konnten wir bei Niedrigwasser einige Untiefen noch ziemlich weit nördlich vor Wangerooge ausmachen, was wir nicht so erwartet hatten. Am Sonntag stand dann die große Fahrt zurück nach Bremerhaven bevor. Am Strand vor der Hafeneinfahrt wurden die letzten Vorbereitungen getroffen und mit der Resttide ging es los. Zunächst um die Westküste zwischen Spiekeroog und Wangerooge paddelten wir in nördlicher Richtung raus, nach etwa 10 km ging es dann weiter in östliche Richtung. Ab hier fiel unser GPS, welches schon vorher die tollsten Kurse angezeigt hatte, völlig aus. Uns blieb aber immer noch die strahlende Sonne und die hier herrliche Dünung…naja und ein kleiner Kompass war zur Not auch noch da. Ab Wanger-Reede ging der Kurs dann südöstlich zur Einfahrt in die Außenweser. Erst unscheinbar und nur in Verbindung mit dem unweit entfernten und markanten Schwesterturm Alte-Weser erkennbar, nahmen wir Kurs auf den ersehnten Leuchtturm Rotersand. Mittlerweile trug uns die Flut sehr zügig auf ihn zu. Leider war der Turm von Gästen nicht bewohnt, was eine Beflaggung angezeigt hätte und es gab auch leider keine Fischbrötchen, wie es bei den mit diesem Turm geschmückten Verkaufswagen in Bremerhaven üblich ist ;-) Bei brennender Sonne und nicht zu spürenden Rückenwind musste nun die längste Etappe nach Bremerhaven noch geschafft werden. Rechnerisch wurde die Zeit langsam knapp, wollten wir nicht abgekämpft die letzten Kilometer gegen die dann ablaufende Tide anpaddeln. Aber mit Hilfe der Strömung kamen wir auf teilweise 15km/h Tourengeschwindigkeit, was uns schnell voranbrachte.
Nach der Querung des Außenweserfahrwassers, kam auch schon der Leuchtturm Hoheweg in Sicht, welchen wir allerdings steuerbord abseits ließen. Für eine geplante Land-Pause war es allerdings schon zu spät, die Flut war hier schon zu Hoch und bedeckte alle Wattflächen und Sandbänke. Also ohne Pinkelpause weiter -eh schon knapp in der Zeit. Ab jetzt waren wir wieder auf bekannten Gewässern unterwegs, die nun immer besser erkennbaren Containerbrücken kündigten Bremerhaven schon frühzeitig an. Interessanterweise empfindet man das Einlaufen in seinen Heimathafen nach so einer Tour euphorischer, als bei einem fremden Ziel. Wir liefen pünktlich auf die Minute in den Geestevorhafen ein. Als wir nach 7std und 40min unser Auslegerkanu am heimischen Steg festgemacht haben, lief die Tide auch schon wieder ab. Diese navigatorisch anspruchvolle Tour von 85 km war wieder ein absolutes Highlight und reiht sich in unsere Querungen von Teneriffa nach Gomera und Cuxhaven-Helgoland ein. An Bord waren die Malolos: Sonja Ficke, Brigitte Czelusta, Peter Kandsorra, Andreas Tolle, Bernd Dages und Olaf Knoke. |
|||
webmaster / Text: Jürgen Rabbel /Olaf Knoke - 15.07.2010 15:03
© 2000-2009: Kanu-Verein Unterweser e.V. Bremerhaven Impressum Kontakt
Inhalte:
Inhalte dieser Seiten wurden sorgfältigst erstellt.
Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir jedoch
keine Gewähr. Wir sind als Diensteanbieter gemäß § 7 Abs.1 TMG für
eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.
Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir jedoch nicht verpflichtet, fremde
übermittelte oder gespeicherte Informationen zu überwachen oder nach
Umständen zu forschen, die auf rechtswidrige Tätigkeit hinweisen.
Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach
den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche
Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten
Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden
Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.
Haftung für Links: Diese Präsenz
enthält Links zu Webseiten Dritter, deren Inhalte wir nicht beeinflussen können.
Deshalb übernehmen wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr.
Inhalte verlinkten Seiten verantwortet stets der jeweilige
Anbieter oder Betreiber der Seiten. Verlinkten Seiten wurden
zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft.
Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Die
permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete
Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von
Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.
Urheberrecht: Werke, Inhalte und Abbildungen
auf den Seiten des Kanuverein Unterweser unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen
des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers.
Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch
gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt
wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte
Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine
Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden
Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte
umgehend entfernen.
Datenschutz: Die Nutzung unserer
Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit
auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder
eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf
freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht
an Dritte weitergegeben. Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im
Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen
kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.
Werbung: Der Nutzung von im Rahmen der
Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung
von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird
hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich
ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von
Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.